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12.10.2017

Hinter dem Horizont

Konzert zur Eröffnung der Hospiz-Ausstellung

Rummelsberg. Gefühle mit Worten auszudrücken - manchmal gelingt das nur schwer, bleiben die Worte hölzern, unzulänglich. Was Sprache nicht kann, erreicht Musik mit ihren Klängen. Sie zeichnet Bilder, berührt unmittelbar mit ihren Emotionen. Wenn daher eine Ausstellung wie die der Hospiz- und Palliativ-Versorgung in Bayern „Gemeinsam Gehen“ eröffnet, was wäre besser geeignet, als berührender Musik zu lauschen?

Zum Ausstellungseröffnung in der Rummelsberger Philippuskirche begrüßte die Vorsitzende des Rummelsberger Hospizvereins Karina Englmeier-Deeg die Gäste, unter ihnen Sabine Hess (Koordinatorin der Hospizinitiative der Caritas in Lauf) und Dr. Günter Breitenbach, Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Diakonie.

Eine Woche lang ist die Wanderausstellung, initiiert vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, im Rummelsberger Besucherzentrum zu sehen. Gezeigt wird sie im Rahmen des Welthospiztages am 14. Oktober und der Aktionswoche „Älter werden im Nürnberger Land“. Mit Texten und Bildern will sie das Thema Sterbebegleitung mit all seinen Facetten sowie das unschätzbare Engagement der ehrenamtlichen Hospizarbeit stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Dabei geht es vor allem um die innere Haltung zu Tod und Sterben. Sie soll Mut machen, dieses Thema als Teil des Lebens anzunehmen und selbst andere auf ihrem letzten Weg zu begleiten - für ein menschenwürdiges, liebevolles und achtsames Begleiten Sterbender. Eine Art Werbeaktion für die Hospizarbeit, fasste es Englmeier-Deeg zusammen.

Das Ehepaar Martina Schleicher und Dr. Peter Schleicher - seit vielen Jahren durch ihr großes musikalisches Engagement bestens bekannt - hatte dafür ein vielseitiges Konzert zusammengestellt. Zugleich wirkten sie selbst als Ausführende mit, als Sänger und Instrumentalisten sowie, zusammen mit befreundeten (Sänger-)Ehepaaren, als Chor MeisterSinger (CMS). So hörten die Gäste unter anderem das anrührende „Air“ von Johann Sebastian Bach mit Flügelhorn und E-Piano sowie das vom Chor a capella gesungene, durch Rod Stewart bekannt gewordene stimmungsvolle „Sailing“ (arrangiert von Carsten Gerlitz). Ruhige, meditative Melodien und Traditionals wechselten mit Spirituals, Swing und Blues ergänzten das Programm - alles gesungen und gespielt mit viel Sensibilität, Können und Ausdruck.

Nur wenige Begleittexte unterbrachen diese Klangsprache, die alle Facetten der Gefühle widerspiegelte. Texte, gelesen von Hess, Breitenbach und Diakon Johannes Deyerl (Fachstelle für Hospizarbeit). Mit ihren Gedanken gaben sie Impulse zu Leben, Sterben und dem Umgang mit dem Tod. Wie das Gleichnis eines hinter dem Horizont verschwindenden Segelschiff, das Deyerl unter anderem ausgewählt hatte. „Einige sagen ‚es geht‘, andere sagen ‚es kommt‘, sagte er. Der Horizont - hier als Sinnbild für den Tod - sei nur die Grenze unseres Sehens. „Wenn wir um jemanden trauern, freuen sich die anderen, die ihn hinter dieser Grenze wieder sehen.“


Von: Dorothée Krätzer

Nach dem Konzert in der Philippuskirche erwartete ein kleiner Empfang die ersten Gäste der Ausstellung „Gemeinsam Gehen“. Von links: Diakon Johannes Deyerl (Fachstelle für Hospizarbeit), Sabine Hess (Koordinatorin der Hospizinitiative der Caritas in Lauf) und (rechts) Karina Englmeier-Deeg, Vorsitzende des Rummelsberger Hospizvereins

Musik statt vieler Worte - mit einem Konzert in der Rummelsberger Philippuskirche eröffnete die Wanderausstellung „Gemeinsam Gehen“. Im Hintergrund der Chor MeisterSinger, am Piano Martina Schleicher und rechts Dr. Peter Schleicher mit Trompete