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16.07.2019

Kontinuierliche Beobachtung

Die Ambulante Intensivpflege in Rummelsberg betreut seit einem halben Jahr stark pflegebedürftige Patientinnen und Patienten

Rummelsberg – Ein lautes Piepsen ertönt. Lena Meiner springt auf. „Das ist die Nahrungspumpe“, weiß sie sofort. Lena Meiner arbeitet in der Ambulanten Intensivpflege bei der Rummelsberger Diakonie.

Das Angebot der ambulanten Intensivpflege gibt es bei der Rummelsberger Diakonie seit einigen Monaten: Die erste Wohngemeinschaft (WG) des Bereichs in Rummelsberg wurde im Februar eröffnet. In der WG leben Menschen, die jederzeit in akut lebensbedrohliche Situationen geraten können. Sie sind stark pflegebedürftig, werden künstlich beatmet und bedürfen daher einer kontinuierlichen und speziellen Beobachtung. Das bedeutet: Die Mitarbeitenden des Ambulanten Intensivpflegedienstes sind im Zweischichtbetrieb permanent in der WG anwesend.

Zwölf Stunden dauert eine Schicht, in der Lena Meiner den Arbeitsplatz nicht verlassen kann, in denen sie aber auch nicht pausenlos auf den Beinen ist. „Man muss jederzeit bereit sein, falls einer der Patienten etwas braucht“, erklärt die 32-Jährige. Medizinische und pflegerische Maßnahmen sollen verhindern, dass bei den Patientinnen und Patienten Notfälle eintreten. Die Vitalfunktionen werden rund um die Uhr überwacht und dokumentiert.

„Ich habe nach der Altenpflegeausbildung direkt den Intensivpflegekurs gemacht. Und während ich im Kurs war, habe ich erfahren, dass es in Rummelsberg eine Ambulante Intensivpflege geben wird. Und da dachte ich, wenn die Rummelsberger so etwas aufziehen, dann will ich da hin“, sagt Lena Meiner. Seit Februar ist sie nun Teil des Intensivpflege-Teams.

„Die Rummelsberger Diakonie ist der erste kirchliche Träger in Deutschland, der ein solches Angebot schafft“, sagt Diakon Aaron Mühlendyck, stellvertretender Pflegedienstleiter im Ambulanten Intensivpflegedienst. „Unser Anspruch ist es, die Qualität der Versorgung sicherzustellen. Und auch einen seelsorgerlichen Bedarf der Angehörigen können wir decken.“

Das Angebot ist Teil der Rummelsberger Dienste für Menschen im Alter. „Dadurch können wir schnell und unkompliziert viele anderen Dienstleistungen des Trägers anbieten, wie beispielsweise die palliative Versorgung“, erklärt Aaron Mühlendyck. Das Alter sei nicht entscheidend dafür, ob ein Patient Teil der WG werden kann. „Da geht es nur um den Schweregrad der Einschränkung.“

Die Betreuungsrate ist hoch: Für maximal drei Patientinnen und Patienten ist jederzeit eine Pflegefachkraft anwesend, auch nachts.

Der Fachbereich der Ambulanten Intensivpflege wird weiter wachsen, davon ist Aaron Mühlendyck überzeugt. Der junge Diakon sagt: „Wir haben viele Anfragen. Und je mehr Menschen in die WG ziehen, desto mehr Pflegefachkräfte brauchen wir natürlich auch.“

Lena Meiner gefällt die Arbeit in der WG. „Das ist einfach ein angenehmes Komplettpaket“, erzählt sie. „Die Arbeit im Team ist sehr entspannt. Ich mag die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten. Man entwickelt schnell ein gutes Feingefühl für sie.“ Lena Meiner ist überzeugt: „Auch wenn man das manchmal nicht denkt, die Patientinnen und Patienten kriegen sehr viel mit. Und dadurch, dass man so viel Zeit für jeden Einzelnen hat für die Behandlungspflege und die Versorgung, lernt man schnell, alle gut einzuschätzen.“

Das Team um Lena Meiner und Aaron Mühlendyck wünscht sich zusätzlich zu den neun Mitarbeitenden, die sich im Moment die Dienste teilen, weitere Kolleginnen und Kollegen. Die wichtigsten Voraussetzungen, um Teil des Teams zu werden: Pflegefachkraft muss die- oder derjenige sein und die Bereitschaft mitbringen, den Intensivpflegekurs zu absolvieren. Und natürlich gut ins Team passen.


Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

Lena Meiner fühlt sich sehr wohl im Team der Ambulanten Intensivpflege der Rummelsberger Diakonie. (Foto: Mühlendyck)