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Pflege und Unterstützung für Senioren

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03.02.2020

Senior_innen kochen georgische Leckereien

Die Gäste der Seniorentagestätte im Stephanushaus der Rummelsberger Diakonie kochen mit mobiler Küche – Aktuell noch Plätze in der SenTa frei

Schwarzenbruck – Edith Anselstetter (79) ist beschäftigt. Sie füllt gerade Khinkali mit Hackfleisch. Mit einem Esslöffel gibt sie die Fleischmasse auf den ausgerollten Teig. Daraus formt sie die traditionellen georgischen Teigtäschchen. Die 79-Jährige kocht und backt sehr gerne, am liebsten in Gesellschaft. In der Senioren-Tagespflege (SenTa) der Rummelsberger Diakonie am Stephanushaus in Rummelsberg hat die Schwarzenbruckerin regelmäßig Gelegenheit dazu. Montags oder mittwochs ist Kochtag.

Zurab Logua (32) und seine Freundin Natia Kiria (29) haben an diesem Tag das Kommando in der Küche. Beide stammen aus Georgien. Der junge Mann absolviert einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) in der SenTa. Im vergangenen Frühjahr ist er seiner Freundin nach Deutschland gefolgt. Seitdem unterstützt er das Team. „Ich komme sehr gerne zur Arbeit. Das Miteinander im Team und mit den Gästen ist sehr gut“, sagt der junge Mann. Den Bufdi hat er gerade um ein halbes Jahr verlängert und will danach eine Ausbildung im sozialen Bereich machen.

Die Stimmung in der Küche ist entspannt, es wird viel gelacht. Zehn Frauen und Männer sitzen an einem großen Tisch zusammen und arbeiten an den Khinkali. Bereits erledigt hat das Kochteam die Khachapuri. Die Blätterteigspeise ist mit Mozzarella, Feta und Ei gefüllt. Ein großes Backblech voll haben sie zubereitet und es in den Ofen geschoben. „Die mobile Küche wurde über eine Spendenaktion aus der Zeitschrift „Gruß aus Rummelsberg“ finanziert“, erzählt Pflegefachkraft Anne Gleißner. Die zwei Kochplatten und der Herd werden auch von den Wohngruppen im Stephanushaus genutzt.

In der SenTa werden überwiegend Senioren mit einer Demenzerkrankung betreut. „Derzeit besuchen tageweise 25 Frauen und Männer die Seniorentagesstätte. Wir betreuen sie nicht nur, sondern aktivieren sie auch“, erklärt Pflegefachkraft Anne Gleißner. Die Einrichtung der Rummelsberger Diakonie hat Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Es ist auch möglich, einzelne Tage zu buchen. Die Gäste können vom Fahrdienst abgeholt und wieder nach Hause gebracht werden. „Aktuell haben wir freie Plätze“, berichtet Gleißner.

Die Idee der Kolleg_innen, traditionelle Gerichte aus seiner Heimat zu zubereiten, fand Zurab Logua auf Anhieb gut. „Ich kann zwar kochen, aber da musste meine Freundin helfen“, sagt er. An ihrem freien Tag hat Natia Kiria, die in Erlangen als Krankenschwester arbeitet, Gewürze und Zutaten gepackt und ihren Liebsten in die Arbeit begleitet. „Ich finde es sehr schön, dass die Gäste etwas über mein Heimatland gelernt haben“, sagt die junge Frau. 

Denn neben dem gemeinsamen Kochen haben die Gäste der SenTa auch ein bisschen über Land und Leute erfahren. „Wir haben uns letzte Woche an einen Vormittag zusammengesetzt und einiges zu Geschichte, Kultur und Brauchtum besprochen“, sagt Anne Gleißner. Essen aus anderen Ländern haben sie in der SenTa zum ersten Mal gekocht. Wenn die Gäste es wünschen, kann es aber gerne wiederholt werden. Auf jeden Fall geplant ist, das Beschäftigungsangebot weiter auszubauen. „Wir werden künftig auch  Ausflüge mit den Gästen machen“, sagt Gleißner.

Edith Anselstetter freut sich über die Ankündigung: „Ich probiere total gerne Neues aus und lerne gerne dazu.“ Das gilt auch für das Essen. Inzwischen sind die Teigtaschen gekocht und werden mit den Khachapuri als Vorspeise serviert. Als Hauptspeise genießen die Senioren Hühnchen mit Nuss-Sauce. „Das war sehr lecker“, lobt die alte Dame. 

Weitere Informationen über die SenTa in Rummelsberger erteilt Anne Gleißner unter der Nummer 09128 50 25 28 oder per E-Mail Gleissner.Anna-Dorothea@rummelsberger.net.


Von: Heike Reinhold

In der Tagespflege für Senioren SenTa in Rummelsberg haben Mitarbeiter Zurab Logua (32) und seine Freundin Natia Kiria (29) (im Bildvordergrund) mit den Senior_innen traditionelle Gerichte aus ihrer Heimat Georgien gekocht. Foto: Heike Reinhold