Selbstbestimmt leben.

Pflege und Unterstützung für Senioren

Infos zum Standort

02.05.2024

„Gemeinsam aktiv“ am Rummelsberger Stift St. Lorenz

Schlafförderung für Menschen mit Demenz – Praxisprojekt zeigt erste Erfolge

Nürnberg – Egal, ob basteln, kochen oder musizieren – Hauptsache „Gemeinsam aktiv“: So heißt das Forschungsprojekt mit Fokus auf Schlafförderung bei Menschen mit Demenz, welches im Rummelsberger Stift St. Lorenz unter Begleitung der Evangelischen Hochschule Nürnberg umgesetzt wird. Das Projekt wurde am Freitag, 26. April, im Rahmen der Fachtagung "Nicht vergessen! Gemeinsam sorgen für Menschen mit Demenz" vorgestellt. 

Hintergrund des Projekts: Laut Studien zeigt etwa die Hälfte aller Menschen mit Demenz einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus. Eine personen-zentrierte Pflege kann positive Effekte auf den Prozess der Erkrankung und die Gefühle von Senior*innen mit Demenz haben. Denn insbesondere in den Abendstunden haben Betroffene unter anderem mit Unruhezuständen, negativen Emotionen oder unbefriedigten Bedürfnissen zu kämpfen. 

Zusätzliches Betreuungsangebot geschaffen

„Mit der Förderung der Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung konnte eine halbe Stelle geschaffen werden“, erklärt Einrichtungsleiterin Sabine Ramsauer. So wurde ein zusätzliches Betreuungsangebot am Nachmittag und Abend eingeführt. Die Senior*innen können durch die Anwesenheit von zwei Betreuungskräften im Wohnbereich gemeinsamen Aktivitäten nachgehen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sprechen für sich. Die Mitarbeiter*innen können individueller auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen eingehen. Diese wirken ausgeglichener und finden leichter in den Schlaf. 

Die Stiftung fördert das Forschungsprojekt mit einem Betrag von 26.600 Euro pro Jahr für eine Dauer von zwei Jahren „Wir freuen uns natürlich, dass wir Projekte dieser Art unterstützen können“, sagt Diakon Martin Neukamm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Der Einrichtung selbst wäre dies nicht möglich gewesen. Die Stiftung wurde vom Ehepaar Seidel im Jahr 2005 ins Leben gerufen. Nach dem Tod von Edith Seidel 2015 kam das Vermögen der kinderlosen Familie der Stiftung zugute.

Der Rummelsberger Stift St. Lorenz in Nürnberg ist Teil der Rummelsberger Dienste für Menschen im Alter (RDA). Die RDA ist eine gemeinnützige Gesellschaft mbH und gehört zur Rummelsberger Diakonie e.V. In ganz Bayern verlassen sich mehr als 3.000 Senior*innen und deren Angehörige auf die ambulanten, teilstationären und stationären Angebote der Rummelsberger Dienste. Zu den Dienstleistungen der rund 1.500 Mitarbeiter*innen gehören auch die würdevolle Begleitung für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung sowie Palliative Care und Hospizarbeit.
 


Von: Jana Matisowitsch

v.l.n.r.: Prof. Dr. Jürgen Härlein, Studiengangsleitung Angewandte Pflegewissenschaften an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Anne-Claire Struik, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Sonja Feiler, Sabine Ramsauer (beide Rummelsberger Stift St. Lorenz) und Diakon Martin Neukamm, Vorstandsvorsitzender der Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung bei der Vorstellung des Projekts Foto: Jana Matisowitsch

25.04.2024

Pflegefachhelfer ist zurück im Hermann-Bezzel-Haus

Karrar Al Hasani darf vorerst bleiben - Petition zeigte Wirkung

Nürnberg – Die Erleichterung ist groß: Der Pflegefachhelfer Karrar Al Hasani ist seit Mittwoch, 24. April 2024, zurück bei der Arbeit. Selbstverständlich ist das nicht. Dem 30-Jährigen, der im Altenheim Hermann-Bezzel-Haus in Nürnberg tätig ist, droht weiterhin die Abschiebung in den Irak. 

Mitte April wurde er von der Polizei aus seiner Wohnung geholt, einige Tage befand sich Herr  Al Hasani in Abschiebehaft. Erst Anfang des Monats hatte der junge Mann erfahren, dass seine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis entzogen wurde. Die Ausländerbehörde argumentierte: Der Beruf des Pflegefachhelfers sei kein Mangelberuf. Stattdessen forderte das Amt, dass sich Karrar Al Hasani zur Pflegefachkraft weiterbilden lässt. Außer Acht gelassen wurde die attestierte Sehbehinderung des 30-Jährigen. Die Erkrankung schränkt Al Hasani zu sehr beim Lernen ein – die Ausbildung ist ihm nicht möglich. 

Am Sonntag wurde der Pflegefachhelfer schließlich aus der Haft entlassen. Eine von seinen Kolleg*innen ins Leben gerufene Petition und die Intervention von Beteiligten aus der Politik gegen die Abschiebung haben Wirkung gezeigt. Mehrere tausend Unterstützer*innen unterzeichneten. In einem Schreiben teilte die Ausländerbehörde dem Pflegefachhelfer zu Wochenbeginn mit, dass die Duldung wieder gilt und er arbeiten darf. 

„Wir alle sind sehr erleichtert und froh, dass er wieder da ist. Die Arbeit, der Kontakt mit den Bewohner*innen und Kolleg*innen tut ihm sichtlich gut“, sagt Christine Wagner, Leiterin des Altenheims. Richtig aufatmen kann Karrar Al Hasani allerdings noch nicht. Seine Duldung ist bis Ende Juli befristet, der Status des 30-Jährigen ist damit weiterhin ungeklärt. Eine Anwältin hat sich dem Fall angenommen, erst die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, wie es weitergeht. 

Das Hermann-Bezzel-Haus in Nürnberg ist Teil der Rummelsberger Dienste für Menschen im Alter (RDA). Die RDA ist eine gemeinnützige Gesellschaft mbH und gehört zur Rummelsberger Diakonie e.V. In ganz Bayern verlassen sich mehr als 3.000 Senior*innen und deren Angehörige auf die ambulanten, teilstationären und stationären Angebote der Rummelsberger Dienste. Zu den Dienstleistungen der rund 1.500 Mitarbeiter*innen gehören auch die würdevolle Begleitung für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung sowie Palliative Care und Hospizarbeit.


Von: Jana Matisowitsch

Karrar Al Hasani (Mitte) und seine Kolleg*innen freuen sich sichtlich über die Rückkehr des Pflegefachhelfers ins Nürnberger Hermann-Bezzel-Haus. Foto: Ellen Schegner

02.05.2024

„Gemeinsam aktiv“ am Rummelsberger Stift St. Lorenz

Schlafförderung für Menschen mit Demenz – Praxisprojekt zeigt erste Erfolge

Nürnberg – Egal, ob basteln, kochen oder musizieren – Hauptsache „Gemeinsam aktiv“: So heißt das Forschungsprojekt mit Fokus auf Schlafförderung bei Menschen mit Demenz, welches im Rummelsberger Stift St. Lorenz unter Begleitung der Evangelischen Hochschule Nürnberg umgesetzt wird. Das Projekt wurde am Freitag, 26. April, im Rahmen der Fachtagung "Nicht vergessen! Gemeinsam sorgen für Menschen mit Demenz" vorgestellt. 

Hintergrund des Projekts: Laut Studien zeigt etwa die Hälfte aller Menschen mit Demenz einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus. Eine personen-zentrierte Pflege kann positive Effekte auf den Prozess der Erkrankung und die Gefühle von Senior*innen mit Demenz haben. Denn insbesondere in den Abendstunden haben Betroffene unter anderem mit Unruhezuständen, negativen Emotionen oder unbefriedigten Bedürfnissen zu kämpfen. 

Zusätzliches Betreuungsangebot geschaffen

„Mit der Förderung der Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung konnte eine halbe Stelle geschaffen werden“, erklärt Einrichtungsleiterin Sabine Ramsauer. So wurde ein zusätzliches Betreuungsangebot am Nachmittag und Abend eingeführt. Die Senior*innen können durch die Anwesenheit von zwei Betreuungskräften im Wohnbereich gemeinsamen Aktivitäten nachgehen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sprechen für sich. Die Mitarbeiter*innen können individueller auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen eingehen. Diese wirken ausgeglichener und finden leichter in den Schlaf. 

Die Stiftung fördert das Forschungsprojekt mit einem Betrag von 26.600 Euro pro Jahr für eine Dauer von zwei Jahren „Wir freuen uns natürlich, dass wir Projekte dieser Art unterstützen können“, sagt Diakon Martin Neukamm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Der Einrichtung selbst wäre dies nicht möglich gewesen. Die Stiftung wurde vom Ehepaar Seidel im Jahr 2005 ins Leben gerufen. Nach dem Tod von Edith Seidel 2015 kam das Vermögen der kinderlosen Familie der Stiftung zugute.

Der Rummelsberger Stift St. Lorenz in Nürnberg ist Teil der Rummelsberger Dienste für Menschen im Alter (RDA). Die RDA ist eine gemeinnützige Gesellschaft mbH und gehört zur Rummelsberger Diakonie e.V. In ganz Bayern verlassen sich mehr als 3.000 Senior*innen und deren Angehörige auf die ambulanten, teilstationären und stationären Angebote der Rummelsberger Dienste. Zu den Dienstleistungen der rund 1.500 Mitarbeiter*innen gehören auch die würdevolle Begleitung für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung sowie Palliative Care und Hospizarbeit.
 


Von: Jana Matisowitsch

v.l.n.r.: Prof. Dr. Jürgen Härlein, Studiengangsleitung Angewandte Pflegewissenschaften an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Anne-Claire Struik, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Sonja Feiler, Sabine Ramsauer (beide Rummelsberger Stift St. Lorenz) und Diakon Martin Neukamm, Vorstandsvorsitzender der Dieter-und-Edith-Seidel-Stiftung bei der Vorstellung des Projekts Foto: Jana Matisowitsch