Selbstbestimmt leben.

Pflege und Unterstützung für Senioren

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15.06.2022

Ehrenamtliche Unterstützer gesucht

Fachstelle für pflegende Angehörige der Rummelsberger Diakonie bildet Freiwillige für die Arbeit mit Senior*innen mit Demenz aus – Nächster Kurs beginnt Ende September

Schwarzenbruck – Ein Mal pro Woche ist Annette Müller (56) im Einsatz. Dann besucht die gelernte Krankenschwester Klara Wagner (Name geändert). Die 72-Jährige hat eine fortgeschrittene demenzielle Erkrankung und ihr Mann kümmert sich liebevoll um sie. Die tägliche Versorgung seiner Frau fordert ihn sehr stark, daher benötigt er Auszeiten, in denen er nur für sich sorgen kann. „Wenn ich da bin, geht Herr Wagner einkaufen oder besucht seinen Sohn“, erzählt Annette Müller. Zwei Stunden die Woche verbringt die Altdorferin mit Frau Wagner. Sie gehen spazieren, spielen zusammen, trinken Kaffee und unterhalten sich dabei über früher. Annette Müller hat den Kurs zur Alltagsbegleiter*in für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung der Fachstelle für pflegende Angehörige im südlichen Nürnberger Land im vergangenen Herbst abgeschlossen. Von ihrer Arbeit in Krankenhaus und Pflege weiß sie, dass erkrankte Menschen eine besondere Unterstützung und Ansprache brauchen. „Im Kurs habe ich zum Beispiel gelernt, wie ich besser auf die Menschen zugehen und besser mit ihnen kommunizieren kann“, berichtet sie.

Fünf Ehrenamtliche engagieren sich im Auftrag der Fachstelle der Rummelsberger Diakonie aktuell für Familien im südlichen Nürnberger Land. „Der Bedarf ist viel größer“, berichtet Leiterin Franziska Stadelmann. Immer wieder riefen Angehörige an, die sie vertrösten müsste, bis der neue Kurs abgeschlossen ist. „Ich könnte sofort fünf bis sechs neue Alltagsbegleiter*innen vermitteln“, wirbt Stadelmann um neue Freiwillige.

Die Schulung zum „Helfenden zur Unterstützung im Alltag“ ist kostenlos und umfasst 40 Unterrichtseinheiten. Sie findet an acht Tagen statt, der nächste Kurs startet am Freitag, 23. September, von 15.30 Uhr bis 18.45 Uhr. Die ehrenamtlichen Begleiter*innen im Alltag sind jeweils für eine Familie zuständig. „Die Freiwilligen stimmen die Aktivitäten individuell mit den Klient*innen ab und können eigene Ideen und Fähigkeiten einbringen. So können sie mit den Menschen musizieren, basteln, kochen und sie beim Besuch am Friedhof oder zum Arzt begleiten“, nennt Fachstellenleiterin Franziska Stadelmann einige Beispiele. Beim ersten Treffen ist die Pflegefachkraft und Case-Managerin zur Unterstützung dabei und steht den Freiwilligen anschließend für Fragen oder bei Problemen zur Verfügung. Die Alltagsbegleiter*innen entscheiden selbst, wie viel Zeit sie investieren können und wollen.

Wer den Zertifikatskurs vollständig absolviert, erhält für sein ehrenamtliches Engagement eine Aufwandsentschädigung. Im Kurs werden die Themen Betreuung Hilfsbedürftiger, Kommunikation und Begleitung sowie Unterstützung bei der Haushaltsführung behandelt. Die Schulung wird nach den Richtlinien des bayerischen Netzwerks für Pflege in Zusammenarbeit mit qualifizierten Referent*innen durchgeführt. Der Kurs und die Fachstelle werden durch das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

„Mir ist es fast peinlich, dass ich für meine Gesellschaft Geld bekomme“, erzählt Karin Mederer (58). Wie Annette Müller hat sie den Kurs im vergangenen Herbst abgeschlossen und kümmert sich seitdem um Harald Popp (Name geändert), der Parkinson hat. Frau Popp betone aber immer wieder, wie erleichtert sie sei, dass sie für die Zeit bei ihnen eine Aufwandsentschädigung erhalte. „Ich habe das Gefühl, so kann sie meine Unterstützung viel entspannter annehmen“, berichtet Karin Mederer. Bei ihrem Einsatz als Alltagsbegleiterin schenkt sie nicht nur den betroffenen Personen Zeit und Zuwendung, sondern erlebt die ganze Familie. „Ich bin so beeindruckt, wie liebevoll das Paar miteinander umgeht“, erzählt die Alltagsbegleiterin. Die Bürokauffrau weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, Familien in solch besonderen Situationen zu helfen: „Ich komme aus Westfalen und konnte meinen Vater wegen der großen Entfernung nicht regelmäßig unterstützen, als er meine Mutter gepflegt hat.“

Die weiteren sieben Kurstermine finden am Samstag, 24. September, von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr, Freitag, 7. Oktober von 15.30 Uhr bis 18.45 Uhr, Samstag, 8. Oktober, von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr, Freitag, 21. Oktober, von 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr, Samstag, 22. Oktober, von 9.00 Uhr bis 13.45 Uhr, Donnerstag, 10. November, von 15.30 Uhr bis 18.45 Uhr und Samstag, 11. November, von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist der Andachtsraum des Stephanushauses, Rummelsberg 46 in Schwarzenbruck. Anmeldeschluss ist der 19. September. Weitere Infos zur Anmeldung und Fragen erteilt Franziska Stademann per Telefon unter 09128 50 2371 oder per E-Mail unter fachstelle-pflegende(at)rummelsberger.net.


Von: Heike Reinhold

Spazieren gehen, spielen, einfach Zeit miteinander verbringen: Franziska Stadelmann (Mitte), Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige im südlichen Nürnberger Land, mit den Ehrenamtlichen Karin Mederer (links) und Annette Müller. Foto: Heike Reinhold

24.05.2022

Geistig und körperlich fit bleiben

Die Betreuungsgruppen in der Rehauer Senioren-Tagespflege aktivieren ältere Menschen – und entlasten Angehörige.

Rehau - Wie heißt die Bundeshauptstadt von Deutschland? Welche Länder grenzen an Deutschland? Und wohin mündet die Weser? Dies waren einige der Fragen, die bei der Rehauer Aktiv-Betreuungsgruppe im Rahmen eines interaktiven Spiels gelöst und dabei Punkte gesammelt wurden. „Ich hätte gar nicht gedacht, was ich noch alles weiß. Es hat mir große Freude bereitet, gedanklich quer durch Deutschland zu reisen", sagte ein Teilnehmender.

Doch nicht nur geistig, auch körperlich wurden die Gäste der Aktivgruppe mit unterschiedlichen Übungen in Schwung gebracht. Dazu gab es einen gesunden Obst-Snack und Mandarinen-Törtchen. 

Die Rehauer Betreuungsgruppen finden an jedem zweiten Samstag in den Räumen der Senioren-Tagespflege statt und bieten Menschen ab Pflegegrad 1 Anregung, Mobilität sowie soziale Kontakte. Körper, Geist und Seele werden sowohl bei der Aktivgruppe von 9:30 Uhr bis 11:30 Uhr als auch bei der Café olé-Runde von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr angeregt. Pflegende Angehörige erfahren in dieser Zeit Entlastung. Ein Fahrdienst ist möglich.

Die nächsten Gruppen treffen sich am Samstag, 11. Juni, unter dem Tagesmotto „Tüfteleien für die Hände“ wieder. Bei Interesse kommen Sie in Kontakt mit Diakonin Carmen Bogler: Telefon 09283 – 59 70 932.


Von: Carmen Bogler

Mit Freude und Elan wird sich in der Aktivgruppe gemeinsam bewegt. Foto: Carmen Bogler

15.06.2022

Ehrenamtliche Unterstützer gesucht

Fachstelle für pflegende Angehörige der Rummelsberger Diakonie bildet Freiwillige für die Arbeit mit Senior*innen mit Demenz aus – Nächster Kurs beginnt Ende September

Schwarzenbruck – Ein Mal pro Woche ist Annette Müller (56) im Einsatz. Dann besucht die gelernte Krankenschwester Klara Wagner (Name geändert). Die 72-Jährige hat eine fortgeschrittene demenzielle Erkrankung und ihr Mann kümmert sich liebevoll um sie. Die tägliche Versorgung seiner Frau fordert ihn sehr stark, daher benötigt er Auszeiten, in denen er nur für sich sorgen kann. „Wenn ich da bin, geht Herr Wagner einkaufen oder besucht seinen Sohn“, erzählt Annette Müller. Zwei Stunden die Woche verbringt die Altdorferin mit Frau Wagner. Sie gehen spazieren, spielen zusammen, trinken Kaffee und unterhalten sich dabei über früher. Annette Müller hat den Kurs zur Alltagsbegleiter*in für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung der Fachstelle für pflegende Angehörige im südlichen Nürnberger Land im vergangenen Herbst abgeschlossen. Von ihrer Arbeit in Krankenhaus und Pflege weiß sie, dass erkrankte Menschen eine besondere Unterstützung und Ansprache brauchen. „Im Kurs habe ich zum Beispiel gelernt, wie ich besser auf die Menschen zugehen und besser mit ihnen kommunizieren kann“, berichtet sie.

Fünf Ehrenamtliche engagieren sich im Auftrag der Fachstelle der Rummelsberger Diakonie aktuell für Familien im südlichen Nürnberger Land. „Der Bedarf ist viel größer“, berichtet Leiterin Franziska Stadelmann. Immer wieder riefen Angehörige an, die sie vertrösten müsste, bis der neue Kurs abgeschlossen ist. „Ich könnte sofort fünf bis sechs neue Alltagsbegleiter*innen vermitteln“, wirbt Stadelmann um neue Freiwillige.

Die Schulung zum „Helfenden zur Unterstützung im Alltag“ ist kostenlos und umfasst 40 Unterrichtseinheiten. Sie findet an acht Tagen statt, der nächste Kurs startet am Freitag, 23. September, von 15.30 Uhr bis 18.45 Uhr. Die ehrenamtlichen Begleiter*innen im Alltag sind jeweils für eine Familie zuständig. „Die Freiwilligen stimmen die Aktivitäten individuell mit den Klient*innen ab und können eigene Ideen und Fähigkeiten einbringen. So können sie mit den Menschen musizieren, basteln, kochen und sie beim Besuch am Friedhof oder zum Arzt begleiten“, nennt Fachstellenleiterin Franziska Stadelmann einige Beispiele. Beim ersten Treffen ist die Pflegefachkraft und Case-Managerin zur Unterstützung dabei und steht den Freiwilligen anschließend für Fragen oder bei Problemen zur Verfügung. Die Alltagsbegleiter*innen entscheiden selbst, wie viel Zeit sie investieren können und wollen.

Wer den Zertifikatskurs vollständig absolviert, erhält für sein ehrenamtliches Engagement eine Aufwandsentschädigung. Im Kurs werden die Themen Betreuung Hilfsbedürftiger, Kommunikation und Begleitung sowie Unterstützung bei der Haushaltsführung behandelt. Die Schulung wird nach den Richtlinien des bayerischen Netzwerks für Pflege in Zusammenarbeit mit qualifizierten Referent*innen durchgeführt. Der Kurs und die Fachstelle werden durch das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

„Mir ist es fast peinlich, dass ich für meine Gesellschaft Geld bekomme“, erzählt Karin Mederer (58). Wie Annette Müller hat sie den Kurs im vergangenen Herbst abgeschlossen und kümmert sich seitdem um Harald Popp (Name geändert), der Parkinson hat. Frau Popp betone aber immer wieder, wie erleichtert sie sei, dass sie für die Zeit bei ihnen eine Aufwandsentschädigung erhalte. „Ich habe das Gefühl, so kann sie meine Unterstützung viel entspannter annehmen“, berichtet Karin Mederer. Bei ihrem Einsatz als Alltagsbegleiterin schenkt sie nicht nur den betroffenen Personen Zeit und Zuwendung, sondern erlebt die ganze Familie. „Ich bin so beeindruckt, wie liebevoll das Paar miteinander umgeht“, erzählt die Alltagsbegleiterin. Die Bürokauffrau weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, Familien in solch besonderen Situationen zu helfen: „Ich komme aus Westfalen und konnte meinen Vater wegen der großen Entfernung nicht regelmäßig unterstützen, als er meine Mutter gepflegt hat.“

Die weiteren sieben Kurstermine finden am Samstag, 24. September, von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr, Freitag, 7. Oktober von 15.30 Uhr bis 18.45 Uhr, Samstag, 8. Oktober, von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr, Freitag, 21. Oktober, von 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr, Samstag, 22. Oktober, von 9.00 Uhr bis 13.45 Uhr, Donnerstag, 10. November, von 15.30 Uhr bis 18.45 Uhr und Samstag, 11. November, von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist der Andachtsraum des Stephanushauses, Rummelsberg 46 in Schwarzenbruck. Anmeldeschluss ist der 19. September. Weitere Infos zur Anmeldung und Fragen erteilt Franziska Stademann per Telefon unter 09128 50 2371 oder per E-Mail unter fachstelle-pflegende(at)rummelsberger.net.


Von: Heike Reinhold

Spazieren gehen, spielen, einfach Zeit miteinander verbringen: Franziska Stadelmann (Mitte), Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige im südlichen Nürnberger Land, mit den Ehrenamtlichen Karin Mederer (links) und Annette Müller. Foto: Heike Reinhold