Selbstbestimmt leben.

Pflege und Unterstützung für Senioren

Infos zum Standort
30.12.2020

Projekte gegen die Einsamkeit

Die Einrichtungen der Altenhilfe der Rummelsberger Diakonie schaffen für die Bewohnerinnen und Bewohner corona-konforme Abwechslung

Rummelsberg/Nürnberg – Rudi Herzner ist ein geselliger Mensch. Bis nach seinem 70. Geburtstag war er im Rummelsberger Stift St. Lorenz ehrenamtlich tätig, war bei jedem Fest dabei, hat die Bewohnerinnen und Bewohner bei Ausflügen begleitet. Dekoration und Programm waren dabei seine Stärken, er begeisterte das Publikum gern mit seinen Sketchen von Loriot und Heinz Erhard. Im März zog er selbst in die Einrichtung in der Nürnberger Innenstadt – drei Tage später kam der erste Lockdown. „Das hat mich wirklich Nerven gekostet, ich war vorher so viel unterwegs und auf einmal so ein Verzicht. Alle sind nur noch durchs Haus geschlichen wie bestellt und nicht abgeholt“, erinnert sich Rudi Herzner an die ersten Wochen im Haus. „Ganz am Anfang habe ich mich wirklich eingesperrt gefühlt, wie in einer Kaserne, da ist so eine Enge auf mich zugekommen.“

Dass die Pandemie den Seniorinnen und Senioren wie Rudi Herzner in den Einrichtungen der Altenhilfe einiges abverlangt, das erlebt Hanna Klaußner jeden Tag. „Da fiel alles weg, die Angehörigen und die Kooperationspartner, wie zum Beispiel Kindergärten, Schulen und Ehrenamtliche konnten lange Zeit gar nicht kommen. Bis heute sind die Besuche streng reglementiert“, erzählt die Leitung im Fach- und Betreuungsdienst. „Dazu noch die Bedrohung durch die Pandemie, das macht vielen Menschen in der Einrichtung Angst.“

Gegen Angst und Vereinsamung arbeiten, das haben sich die Mitarbeitenden im Stift St. Lorenz daher seit März zum Ziel gesetzt. Einrichtungsleiterin Sabine Ramsauer zählt einige Ideen auf, die seit Beginn der Pandemie im Haus umgesetzt wurden: „Gleich am Anfang haben wir alle Zimmer mit Fernsehern und Radios ausgestattet. Wir fahren regelmäßig mit einem Einkaufstrolley durch die Gänge, so dass die Menschen sich Süßigkeiten und andere Bedarfsgüter kaufen können. Statt in den Speisesälen wird das Essen an kleinen Tischinseln im Wohnbereich serviert, so dass die Seniorinnen und Senioren nicht die ganze Zeit im Zimmer sein müssen. Dazu brauchten wir natürlich mehr Geschirr und mehr Tabletts und auch mehr Personal. Wir haben auch Tablets angeschafft und Router für ein ausreichend starkes WLAN, so dass der regelmäßige Kontakt mit den Angehörigen möglich ist. Um die Besuche der Angehörigen zu koordinieren, habe ich für das Wochenende zusätzliche Mitarbeitende eingestellt.“ Dazu kommen die vielen Veranstaltungen, die im Innenhof der Einrichtung angeboten werden können: Clownbesuche, Konzerte, Theaterstücke. Die Bewohnerinnen und Bewohner können diese Highlights aus den Fenstern heraus corona-konform anschauen. „Für Silvester haben wir eine Feuershow geplant, da freue ich mich besonders drauf“, erzählt Sabine Ramsauer. „Das wird den Seniorinnen und Senioren sicher gut gefallen.“

„Der Innenhof ist wirklich toll, da kann man so viel rausholen. Am wichtigsten ist, dass die Menschen lachen können. Und Musik ist wichtig. Ohne Musik wäre das Leben nicht lebenswert“, findet Rudi Herzner, der selbst schon Lesungen im Innenhof gemacht hat – in fränkischer Mundart. Auch Mundharmonika hat er dort schon für die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner gespielt. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sind wirklich dankbar für alles, was wir anbieten. Die Abwechslung finden sie sehr schön. Auch jetzt, wo es so kalt ist, gehen bei jedem Event die Fenster auf und die Leute klatschen und lachen“, erzählt Hanna Klaußner.

Diese Projekte gegen die Einsamkeit kosten Geld. „Das sind natürlich alles Mehrkosten, aber das ist jetzt einfach notwendig“, sagt Sabine Ramsauer. Für viele zusätzliche Kosten ist kein Geld im Haushalt eingeplant, diese Dinge sind nicht refinanziert. Spendengelder sind daher unerlässlich. Mit der Spendenkampagne „Wir sind hier“ ermöglicht die Rummelsberger Diakonie den Einrichtungen wie dem Stift St. Lorenz die Umsetzung ihrer Projekte gegen die Einsamkeit. Sabine Ramsauer und Hanna Klaußner sind froh darüber. „So können die Bewohnerinnen und Bewohner sich sicher und zu Hause fühlen und trotzdem gut geschützt werden“, so Hanna Klaußner. „Und auch die Mitarbeitenden schaffen beispielsweise durch die zusätzlichen Kolleginnen und Kollegen den Spagat zwischen dem Dienst und der Familie zu Hause besser. Zusammenhalt ist im Moment das Wichtigste.“

Rudi Herzner sieht das auch so. „Die Chefin im Haus will uns alle sicher wissen und uns trotzdem etwas Gutes tun, das ist nicht einfach zusammenzubringen. Da müssen wir jetzt alle mithelfen, so dass möglichst wenige Menschen leiden müssen.“

Weitere Informationen zur Spendenkampagne finden Sie unter: https://www.rummelsberger-diakonie.de/spenden-und-helfen/wir-sind-hier/ im Internet.


Von: